21. Thüringer 24-Stunden-OL
26. - 28. Mai 2017

 Für die Sportfreunde vom USV Jena war 2015 nicht klar, ob es einen 21. 24-Stunden-OL geben wird. Doch Sören wollte die Tradition nicht einfach abreißen lassen und übernahm den Staffelstab von Mirko - aber nicht ohne Idee für den 21. 24-Stunden-OL. Seit 2012 kannte Sören den schönen Wald rings um Etterwinden und hatte durch Christiane auch gleich einen Ansprechpartner vor Ort.

So wurden im Januar 2016 die Vorsitzenden der in Etterwinden ansässigen Vereine, der Bürgermeister, die Förster sowie die Agrargenossenschaft zu einer ersten Vorstellung eingeladen. Nachdem die Gemeinde ihr OK gab und Unterstützung zusagte, willigten auch die Vereine und die restlichen Anwesenden ein. Der Grundstein für den 21. 24-Stunden-Orientierungslauf in Etterwinden war gelegt.

Schon bald begannen sich fleißige Helfer in Etterwinden regelmäßig zu treffen. Die Vereine sollten die Verpflegung der Wettkämpfer absichern. Auch in Jena begannen die Vorbereitungen – Verträge mit der Landwirtschaft, mit der Gemeinde, Zusammenstellung einer Wettkampfausschreibung, Bestellung der Sanitäreinrichtungen uvm.

Einige Wochen waren bereits vergangen bis Carsten Lehmann, der Mann mit den zwei weißen Hunden, in Etterwinden auftauchte. Mehrere Wochen war Carsten in unserem schönen Wald unterwegs, um die Karte zu zeichnen und sich Gedanken zur Bahnlegung zu machen.

Zwischenzeitlich fanden viele Treffen der Helfer sowohl in Jena als auch in Etterwinden statt. Sören stand immer wieder im gegenseitigen Emailaustausch mit Diana, die in Etterwinden alles koordinierte. Schon sehr zeitig wusste Wilken, der Wirt in Etterwinden, was den Gästen aus nah und fern angeboten werden sollte. Nudeln durften dabei nicht fehlen.

Im Januar 2017 kamen etwa 20 Sportler vom USV nach Etterwinden, um die von Carsten gezeichneten Karten zu testen. Dabei wurden die künftigen Postenstandorte kontrolliert und geschaut, ob Karte und Natur wirklich übereinstimmen. Nach dem Training war klar, dass der Wald durch die vielen Höhen die Sportler fordern wird. Nach dem Training wurden Absprachen zwischen den Organisatoren aus Jena und den Helfern aus Etterwinden getroffen. Wilken versorgte zum Abschluss die Sportler mit einer großen Portion Nudeln.

Von Januar bis Mai war dann gar nicht mehr so viel Zeit und es gab immer zu tun. In Jena wurden Helfer aktiviert und eingeteilt, die Anmeldungen wurden gestartet, ein Programmheft wurde geschrieben, im Wald um Etterwinden wurden Postenvormarkierungen verteilt, die Wiesen für Zeltplatz und Parkplatz wurden vermessen und eingeteilt, die Karte musste noch ein bisschen verfeinert werden und, und, und. Auch in Etterwinden wirbelten die fleißigen Helfer. Wer backt welchen Kuchen, was gibt es für Salate und wieviel, wer übernimmt welche Schicht beim Verkauf von Speisen und Getränken und vieles mehr. Schließlich wurde mit ca. 900 Sportlern gerechnet. Jaja, man muss an vieles denken – auch daran, wie die Autos bei schlechtem Wetter von der Parkplatzwiese wegkommen.

Sogar Oma Jutta und Opa Wolfgang wurden in die Vorbereitungen eingespannt. Einige Pakete mussten sie vor Ort entgegennehmen oder für Sören mal das Auto und den Anhänger zur Verfügung stellen.

Viele Bewohner von Etterwinden wurden zunehmend interessiert an der Veranstaltung und erkundigten sich vermehrt. Werbung für die Tanzveranstaltung im Rahmen der feierlichen Eröffnung am Freitag und für den Märchenerzähler am Sonnabendnachmittag trugen dazu bei. Auch im Gemeindeboten und in der Lokalpresse wurde die Veranstaltung publik gemacht.

Es wurde April, es wurde Mai und es wurde 21. Mai. In Jena kamen einige Helfer zusammen und testeten die Rechentechnik für die Auswertung im Ziel und packten Startertüten. Sören war ab Sonntagabend als „Ferienkind“ zu Gast in Etterwinden. Am Mittwoch (24. Mai) wurde es dann in Etterwinden ernst. Das Festzelt wurde geliefert und aufgebaut, die Gemeinde stellte einen Toilettenwagen und einen Bauwagen zur Verfügung. Eine kleine Helferschar tummelte sich bereits auf dem Sportplatz, wo das Wettkampfzentrum am Wochenende sein sollte. Am Himmelfahrtstag opferten einige Helfer ihren „Männertag“, um bei den Vorbereitungen zu helfen. Die Versorgungsstraße, der Eierkuchenstand, die Information, das Ziel, die Kartenausgabe, die Sauna und die Duschen wurden aufgebaut. Richtig gelesen – es gab in diesem Jahr erstmalig eine Sauna für die Sportler. Wie sich im Nachhinein herausstellte, war das Wetter Sauna genug. Dennoch dampfte immer der Schlot. Auch die Flächen für Parkplatz und Zeltplatz wurden abgesperrt. Bei Wilken kamen ebenfalls Helfer zusammen, um die Zutaten für die Feldküche vorzubereiten. Am Donnerstagabend saßen die Helfer, die bereits vor Ort waren auf dem Sportplatz in gemütlicher Runde zum Grillen. Am Freitag wurde es dann richtig spannend. Einige Etterwindener konnten sich immer noch nicht vorstellen, dass so viele Menschen und deren Autos Platz finden würden.

Für manche begann der Tag schon sehr zeitig wegen Kuchenbacken oder Nudelsalat zubereiten. In den Vormittagsstunden fanden sich dann alle Helfer am Sportplatz ein, um genau in die Aufgaben eingewiesen zu werden. Ab 13:00 Uhr reisten die ersten Sportler aus 14 Nationen an. Der Grill wurde eingeheizt, die Schankanlage in Betrieb genommen. Erste Postensetzer machten sich auf den Weg, um das Gelände und naheliegende Postenstandorte für Sonnabendfrüh in Augenschein zu nehmen. Das Wichtigste: die Sonne lachte und alle waren gut gelaunt! Im Laufe des Nachmittags füllten sich Parkplatz und Zeltwiese – der Platz reichte für alle Angereisten aus. 20:00 Uhr wurde dann der 21. 24-Stunden-OL vom Gesamtleiter Sören und dem Bürgermeister Hannes eröffnet. Bis kurz nach Mitternacht konnten sich Läufer und Etterwindener bei Musik austoben und sattessen und -trinken. Der Auftakt war gelungen.

Am Sonnabendfrüh tummelten sich beizeiten viele Läufer und Helfer im Wettkampfzentrum bei schönstem Sonnenschein. Der Gesamtleiter rief alle Sportler in den Zielbereich, um den Wechsel zu demonstrieren. Danach richtete der Bürgermeister (im karierten Hemd ) einen Gruß an die Läufergemeinde. Pünktlich 9:00 Uhr ertönte der Startschuss für etwa 170 Startläufer, die durch eine Masse an Mannschaftskollegen und Zuschauern angefeuert wurden. Jeweils ca. 80 24er und 12er Teams sowie 15 Kinderstaffeln waren an dem Lauffestival rund um Etterwinden beteiligt. Schon nach 10 Minuten absolvierten die schnellsten Kinderstaffeln ihre ersten Wechsel. Um 13:00 Uhr hatten es die jüngsten Teilnehmer geschafft. Die 12- und 24-Stundenstaffeln kämpften sich weiterhin im Sonnenschein bei hochsommerlichen Temperaturen durch den Wald um Etterwinden. Die Stimmung auf dem Zeltplatz, bei den Helfern vorm Organisationsteam und auch beim Verpflegungsstand war sehr gut. Auch der Gesamtleiter machte einen zufriedenen Eindruck. Trotz Hitze gingen reichlich Nudeln, Kartoffelsuppe, Eierkuchen und andere kohlenhydratreiche Leckerbissen über den Tresen. Ab 14:00 Uhr konnten sich die Kleinsten, aber auch Interessierte beim Kinder- und Jedermann-OL ausprobieren. Eine Fähnchenbahn, eine Ortsrunde und eine Waldrunde standen zur Auswahl. Viele kleine OLer machten sich – teilweise sogar ohne Begleitung – auf den Weg. Sogar ein paar wenige Ortskundige suchten mit Karte und Kompass die im Dorf und dem naheliegenden Waldgebiet versteckten Posten. Um 20 Uhr gingen die Läufer dann auf die Dämmerungsbahnen. Aufgrund der Hitze entschloss sich Sören, zwei schwere Nachtstrecken mit vielen Höhenmetern wegzulassen. Die 12-Stunden-Staffeln hatten es nun um 21:00 Uhr geschafft. Nachts war es in Etterwinden dann wie in einer Einkaufspassage. Von Weiten hörte man die OL-Schuhe und sah die Lichtscheine. Leider wurde eine SI-Station entwendet. Der Schaden konnte aber zeitnah behoben werden, sodass es nicht zu Wettkampfverzerrungen kam. Alle Läufer kamen gut durch die Nacht.

Auch am Sonntagmorgen herrschte schon frühzeitig reges Treiben am Sportplatz. Auch Langschläfer wurden durch den schönen Sonnenschein aus den aufgeheizten Zelten gelockt.

Es ging auf 9:00 Uhr zu. Einige Teams hatten schon ihren letzten Wechsel absolviert und waren fertig, andere machten es sehr spannend, eine Läuferin erzielte eine Punktlandung, in dem sie genau 9:00 Uhr die Zielstation lochte. In diesem Moment war der 21. 24 Stunden-OL aus sportlicher Sicht erfolgreich beendet.

Im Rahmen der Siegerehrungen wurde allen Organisatoren und Helfern gedankt, es gab eine Kompass-Verlosung vom Bahnleger Carsten Lehmann für die jüngeren Sportler und schließlich bekamen die Besten ihre Preise. Die Gewinner der Kinderstaffeln kamen aus Dresden. Die schnellsten 12-Stunden-Läufer waren die "The 98er´s", ein Team aus Bundeskaderjunioren, gefolgt vom Team "Bulldozer Deluxe" und einem Team aus Ungarn ("Hungarian O_Fanatics"). Über die 24 Stunden setzten sich die Läufer des SV TU Dresden ("Tradicionali atri") vor "G.S. Reloaded" und einem weiteren Team aus Ungarn ("Pannon Supersonics") durch. Bereits um 12:00 Uhr waren alle Läufer abgereist. Wer in den vergangenen 24 Stunden nicht am Sportplatz war, kann sich nicht vorstellen, dass etwas gewesen ist. Im Nachgang fanden wir noch 3 Bonbonpapierchen, sonst hatten die Sportler alles so hinterlassen, wie sie es vorfanden. Alle Helfer vom USV Jena wurden zum Abschluss vom Versorgungsteam verköstigt. Gegen 16:00 Uhr waren die letzten Abbau- und Aufräumarbeiten verrichtet.

Zum Abschluss gilt es nochmal DANKE zu sagen an alle fleißigen Helfer vom USV Jena, die Gesamtleiter Sören tatkräftig unterstützten sowie an das hervorragende und gut gelaunte Versorgungsteam aus Etterwinden, an die Gemeinde Moorgund und auch an die Sportler – alle zusammen haben den 21. 24-Stunden-Orientierungslauf zu einem unvergesslichen Erlebnis bei schönstem Sommerwetter gemacht.

Und schon bald starten die Vorbereitungen für die 22. Auflage. Den Termin wissen wir ja schon.

Und hier noch einige Impressionen.